Leaving Port Elizabeth

26 04 2007

Donnerstag, 8 Uhr, viel zu frueh, vor allem fuer eine Vorlesung Information Security; ISO 17799, blah blah, Risk Management, blubb, multiplying two with three gives six, blubber. Naja, wenigstens Zeit zu bloggen…

Besonders frustrierend ist es, jemandem beim Verbreiten aufgeblasener Schlipsträger-Weisheiten zuzuhoeren, wenn man gerade ein Wochenende Auszeit in der Wild Coast, formerly known as Transkei, hinter sich hat. Die Gegend zwischen East London und Durban ist das Xhosa Herz Suedafrika. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob sie heute offiziell Wild Coast oder Transkei heißt, Gerüchten nach ersteres. Der alte Name sei entweder diskriminierend oder irgendjemand in der Tourismusbehoerde hat beschlossen dass ein neuer Name her muss, damit die Besucher nicht mehr von den Geschichten über die “gefährliche” Transkei abgeschreckt werden. (Das Wort “dangerous” nutzt sich hier unten uebrigens sehr schnell ab…)

Wie auch immer, letzte Woche beschlossen Corinna und ich, dass sie unbedingt mehr vom Land sehen muss bevor sie am Mittwoch weiter nach Australien fliegt und dass ich mal wieder aus PE raus muss da mir hier sonst die Decke auf den Kopf faellt. Wir waren beide zuvor nur im “weißen” Eastern und Western Cape unterwegs, alle erzaehlen Geschichten von der Wild Coast, also auf dahin. Meine letzte Vorlesung fuer die Woche war Donnerstag morgen, am Montag Nachmittag musste ich (eigentlich) zu Evolutionary Computing wieder da sein.

Anfangs hatten wir kein konkretes Ziel, das aenderte sich aber, als Esther und Anne feststellten dass sie Freitags ausnahmsweise mal keine Vorlesung hatten da ihr Prof mal wieder irgendwelche hochwichtigen Sachen zu erledigen hatte. Beide waren schon in Mdumbi, waren von dort absolut begeistert (Anne und Athena in Mdumbi sind eine andere Geschichte :) ) und hatten gehoert, dass Bulungula noch schoener sein soll.

Also die Rucksaecke in meinen Citi Golf gepackt und auf Richtung Bulungula. Von PE nach Bulungula sind es insgesamt ca. 900 km. Mehr als 100 km/h kann man hier im Schnitt selbst auf den Autobahnen nicht fahren, da wir erst um 11 Uhr los kamen waeren wir also etwa um 20 Uhr da gewesen. Der Haken an der Sache: Abgesehen davon dass 9 Stunden Autofahrt ziemlich schlauchen, wurden wir vorher von verschiedensten Seiten gewarnt, dass die Strassen in der Transkei etwas… rustikal sind. Also nicht der beste Ort fuer eine Nachfahrt. Auch sprach der Lonely Planet davon, dass fuer das letzte Stueck nach Bulungula ein 4×4 emfpohlen bis benoetigt wird.

Lange Rede kurzer Sinn, am Donnerstag direkt nach Bulungula fiel aus weil ist nicht, hinter East London gibt es jedoch bis Mtata keinen richtigen Ort mehr, geschweige denn ein Backpacker. Auch wenn uns alle East London nicht sonderlich reizte, mussten wir notgedrungen einen Stopp im Sugarshack in East London einlegen. Dafuer war dann auch noch ein kleiner Zwischenstopp fuer ein Fruehstueck im Mad Hatter’s Coffee Shop in Grahamstown drin. Sehr gemuetlicher Laden, Grahamstown macht auch einen netten Eindruck, Studentenstadt halt.

Im Sugarshack erwarteten uns dann mehrere kleine Ueberraschungen. Zuallererst wurden Anne und Esther von Joseph begruesst. Joseph arbeitet normalerweise im Coffee Shack in Coffee Bay und die beiden hatten ihn dort kennen gelernt als sie mit den anderen Mädels in den Ferien dort abgestiegen waren. Das Sugar Shack und das Coffee Shack gehoeren irgendwie zusammen, wie genau konnte das keiner sagen, und Joseph war fuer ein paar Tage in East London und musste zufaellig am naechsten Tag zurueck nach Coffee Bay. Damit war mein Auto dann fuer den naechsten Tag voll.

Nicht nur Joseph war gerade in East London, scheinbar auch der Surflehrer der sonst im Coffee Shack kostenlose Surfstunden gibt. Damit hatten wir einen Grund mehr, am naechsten Tag direkt nach Bulungula zu fahren, ohne Umweg ueber Coffee Bay. Wir hatten Glueck (dachten wir zu dem Zeitpunkt noch), einer im Sugar Shack konnte uns auch noch den Weg nach Bulungula erklaeren. Hoerte sich eigentlich gar nicht so kompliziert an und sei angeblich auch mit meinem Wagen schaffbar.

Super, der naechste Tag war also geplant, also ab nach nebenan ins Buccaneers, was zu Essen besorgen. Das Essen liess lange auf sich warten und war nicht so prall. Dafuer fing irgendwann kurz nachdem wir reinkamen eine Band an, ihren Kram aufzubauen. Das zog sich dann zwar noch eine Weile hin, irgendwann stellte sich heraus, dass das nicht nur eine Band werden wuerde, sondern gleich drei. Anscheinend waren wir in eine Etappe der Rebel Rock Road Show, Record Release Tour der Bands Chromium und Knave, mit der Vorband From Here to Heart Break.

Namenstechnisch vor allem bei letzterer ein Griff ins Klo, dafuer wurde uns aber ein paar Stunden Emo geboten. Ging gut ab und das ganze fuer lau. Da konnten auch die paar mid-40er Burensoehne den Abend nicht trueben, auch wenn sie die Mädels angeschleimten/-lechzten/-baggerten und mir stolz erklaerten dass sie Mitglied irgendeiner suedafrikanischen Nazi-Partei waeren. Ignorieren so weit es geht und Spass haben war da angesagt.

Keine Ahnung wann wir schliesslich im Bett waren, am naechsten Morgen gings dann aber endlich los Richtung Bulungula, dazu aber ein andermal mehr…


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One response to “Leaving Port Elizabeth”

8 05 2007
Colli (07:28:48) :

…erzaehl weiter. Du weisst mehr!

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